Ich habe mir gerade mal ein paar Gedanken zum Thema Demokratie gemacht. Demokratie heißt ja, daß das Volk entscheidet. Welche Form der Demokratie ist nun besser, Verhältniswahlrecht (wie in Deutschland) oder Mehrheitswahlrecht (wie in den VSA)?
Gehen wir einmal von 3 Parteien und einem strittigen Punkt aus, was auch immer dieser sein mag:
Partei A möchte in diesem Punkt 5% festlegen und stimmt damit mit 40% der Wähler überein.
Partei B ist in dieser Sache sehr ähnlich, verlangt 4% und schafft damit immerhin 35% der Wähler an sich zu binden.
Partei C ist komplett anderer Meinung und verlangt 0%. 25% der Wähler sind ebenfalls dieser Meinung.
In einem reinen Mehrheitswahlrecht wie den VSA wird bei dieser prozentualen Verteilung Partei A gewinnen und die 5% im Alleingang festlegen können.
Es kann natürlich auch sein, daß die Wähler von Partei C lieber das "kleinere Übel" wählen und der Partei B ihre Stimme geben. Dann gewinnt insgesamt Partei B und das Resultat führt zu 4%.
In einem Verhältniswahlrecht ist eine Koalition zwischen zwei der Parteien nötig, im strittigen Punkt muß also ein Kompromiß gefunden werden. Dieser hängt davon ab, welche beiden Parteien koalieren:
A und B: (5*40 + 4*35) / 75 = 4,53%
A und C: (5*40 + 0*25) / 65 = 3,07%
B und C: (4*35 + 0*25) / 60 = 2,33%
Ein Kompromiß aus der Gesamtheit der Bevölkerung läge bei (5*40 + 4*35 + 0*25) / 100 = 3,4%.
Im Mehrheitswahlsystem würden 4% oder 5% herauskommen, im Verhältniswahlsystem ein Wert zwischen 2,33% und 4,53%. Welches Ergebnis spiegelt den durchschnittlichen Bevölkerungswillen eher wider?
Welchen Schluß können wir daraus ziehen, welches Wahlsystem eher den Willen des Volkes verwirklicht?